DesignSep 07, 2026, 2:20 PM

Das „Hilden“-Projekt: Ein sächsischer Hof wird zum japanisch inspirierten Rückzugsort

Das „Hilden“-Projekt: Ein sächsischer Hof wird zum japanisch inspirierten Rückzugsort
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Inmitten der malerischen Landschaft Sachsens, genauer gesagt in Greifenhain, entsteht ein bemerkenswertes Bauprojekt, das den traditionellen Charme eines alten Bauernhofs mit modernen Elementen und einem Hauch japanischer Ästhetik verbindet. Das Architektenpaar Silvia Schellenberg-Thaut und Sebastian Thaut, bekannt für ihre gestalterisch anspruchsvollen Projekte unter dem Namen Atelier ST, transformiert hier einen Familienbesitz in einen einzigartigen Rückzugsort – das „Hilden“-Projekt. Es ist ein Vorhaben, das nicht nur ihre berufliche Leidenschaft widerspiegelt, sondern auch eine tiefe persönliche Geschichte und den Wunsch, kreative Arbeit zu bewahren und zu fördern.

Für Silvia Schellenberg-Thaut und Sebastian Thaut steht die Freude am kreativen Schaffen im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Sie meiden „Mammutprojekte“, die sie nicht glücklich machen, und bevorzugen stattdessen Aufgaben mit außergewöhnlichem gestalterischem Anspruch. Ihr Portfolio ist vielfältig und reicht von einer „Naturklangkapelle“ bis zu einem Flagship-Store in Berlin. Trotz der oft überschaubaren Projektgrößen schätzen sie die gestalterische Freiheit, die ihnen diese Arbeiten ermöglichen, auch wenn dies finanziell manchmal eine Herausforderung darstellt. Das Projekt „Hilden“ ist dabei besonders, da sie hier sowohl Architekten als auch Bauherren sind, was ihnen ermöglicht, ihre Vision kompromisslos umzusetzen.

Die Wurzeln des Projekts reichen tief in die Familiengeschichte von Silvia Schellenberg-Thaut. Sie erbte den Hof in Greifenhain, der seit drei Generationen im Familienbesitz ist, mit dem Versprechen an ihren Vater, diesen zu erhalten. Nach langen Überlegungen, einschließlich der Option, selbst dorthin zu ziehen oder Wohnungen zu bauen, reifte die Idee, den Hof in ein Retreat zu verwandeln. Inspiriert von einem Mangel an attraktiven Hotelangeboten für Seminare und Klausuren in der Region Leipzig, soll „Hilden“ ein „Ort des Rückzugs und der Begegnung“ werden, der Gästen Ruhe und Inspiration bietet. Diese Transformation eines historischen Vierseithofs in ein modernes Refugium zeigt die Entschlossenheit der Architekten, Tradition und Innovation harmonisch zu vereinen.

Der erste Meilenstein des Projekts, die Fertigstellung des ehemaligen Pferdestalls nach vier Jahren Planung und Bauzeit, ist bereits erreicht. Dieses Gebäude beherbergt nun einen Saunabereich im Erdgeschoss und einen Yoga- und Meditationsraum in der ersten Etage. Die Architekten ließen sich hier deutlich von japanischer Architektur inspirieren, insbesondere durch das Spiel mit Licht und Schatten, das durch sorgfältig platzierte Fenster, darunter eine kreisrunde Öffnung, geschaffen wird. Die Materialwahl zeugt von großem Respekt vor der alten Bausubstanz, wobei hinzugefügte Elemente eine ästhetische Verwandtschaft zum Bestehenden eingehen. Das Ziel ist es, einen Raum zu schaffen, der Ruhe und Konzentration ausstrahlt.

Der Bau des Gästehauses, das anstelle des alten Schweinestalls entsteht, ist ebenfalls im Gange. Es wird komplett aus Holz errichtet und zeichnet sich durch große Glasfenster aus, die den Blick auf den Garten und das dahinterliegende Tal freigeben. Die dunkle Holzfassade greift die Farbgebung des Fachwerks des Haupthauses auf, während vertikale Holzlamellen auf der Hofseite für Privatsphäre sorgen. Auch am Haupthaus, dem langgezogenen Elternhaus von Silvia Schellenberg-Thaut, haben die Umbauarbeiten begonnen. Hier entstehen ein Restaurant, eine Bibliothek mit Arbeitsplätzen und weitere Gästezimmer. Der Hof selbst wird in einen grünen Außenbereich mit Sitznischen und einer Feuerstelle umgestaltet. Im Hauptbau wird der ehemalige Stall in einen stimmungsvollen Speisesaal umgewandelt, wobei die ursprüngliche gewölbte Decke erhalten bleibt. Trotz der umfangreichen Arbeiten und der Notwendigkeit, Einbauten der letzten Jahrzehnte zu entfernen, treibt das positive Feedback die Architekten an.

Das Projekt „Hilden“ wird bereits von der lokalen Gemeinschaft gut angenommen. Die Architekten fühlen sich eng mit der Region verbunden und sehen sich als deren Botschafter. Mit der Vision, einen einzigartigen Ort zu schaffen, der sowohl historische Bedeutung bewahrt als auch zeitgenössische Bedürfnisse erfüllt, positioniert sich „Hilden“ als ein Leuchtturmprojekt für die Region.

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