Das niederländische Trio .multibeat präsentiert "OOO": Eine Klangreise durch Jazz, Hip-Hop und Soul
Das Utrechter Trio .multibeat hat mit seinem neuesten Werk "OOO" ein bemerkenswertes Album vorgelegt, das die Grenzen von Hip-Hop, Jazz und Soul neu definiert. Die Veröffentlichung markiert nicht nur das dritte Studioalbum der Band, sondern auch ihren Einstand beim renommierten Berliner Label Sonar Kollektiv. Dieses Album ist das Ergebnis einer tief verwurzelten Musikalität und der künstlerischen Offenheit, die in der lebendigen Kulturstadt Utrecht gedeiht.
.multibeat's "OOO": Eine musikalische Reise von Utrecht nach Berlin
Am 1. Oktober 2026 präsentierte das niederländische Trio .multibeat, bestehend aus Boudewijn Pleij am Keyboard, Thijs van Zutphen am Bass und Aron Smit am Schlagzeug, sein lang erwartetes Album "OOO". Dieses Werk, das über das Berliner Label Sonar Kollektiv veröffentlicht wurde, ist eine Synthese aus Hip-Hop, Jazz und Soul, die den charakteristischen Sound der Band widerspiegelt. Die musikalische Heimat des Trios, Utrecht, ist bekannt für ihre reiche Musiktradition und hat Künstler wie das Kyteman Orchestra und Rapper Sticks hervorgebracht, was die offene musikalische Herangehensweise von .multibeat maßgeblich beeinflusst hat.
"OOO" findet im Sonar Kollektiv ein ideales Zuhause, da die Platte die musikalischen Wurzeln der Band zwischen Größen wie Robert Glasper und J Dilla erkundet. Gleichzeitig bewahrt das Album eine unabhängige Note und bleibt dem authentischen Live-Sound treu, den das Trio seit seinen Anfängen als Begleitband kultiviert. Nach den erfolgreichen Vorgängeralben "Toolbox" (2022) und "Channel Island" (2024) kehrt .multibeat mit "OOO" zu seiner experimentelleren Seite zurück und präsentiert ein stimmiges Gesamtwerk mit 14 Titeln.
Die Band zeichnet sich durch eine rege Zusammenarbeit mit anderen Künstlern aus, was sich auch auf "OOO" widerspiegelt. Die Doppel-A-Seite "Flyyy" mit Casiio und "Please Hold Me" mit Säm Wilder eröffnete bereits einen vielversprechenden Blick auf das Album. "Flyyy" besticht durch kaskadierende Keyboard-Klänge, die in sanfte Pads und entspannte Beats übergehen, während "Please Hold Me" mit schmelzenden Akkorden und hochgepitchten Vocal-Samples Gefühle von Nähe und Zuneigung thematisiert. Weitere Gastbeiträge umfassen vAn, der auf "Monochrom" mit seiner souligen Stimme über die Polarisierung unserer Gesellschaft nachdenkt. TOS bringt in "Hold Me Down" tiefen Soul ein, und die äthiopischstämmige niederländische R&B-Sängerin Neema Nekesa prägt gemeinsam mit Produzent Noflik den Track "Bloom".
Gerade in "Monochrom" wird deutlich, dass die Band mit Soul mehr als nur Wohlklang anstrebt. Das Stück setzt inmitten einer zunehmend polarisierten Welt auf Zwischentöne und verleiht ihm somit eine besondere Relevanz. "Bloom" hingegen erzählt von Vertrauen und emotionaler Stärke in Beziehungen, untermalt von warmen Grooves und sanften Melodien.
Klanglich bewegt sich "OOO" zwischen dem UK-Jazz-Boom, der Berliner Szene, den Niederlanden und der Westküste, stets inspiriert von der goldenen Ära des Hip-Hop, Jazz und der Beat-Kultur. Dies zeigt sich besonders in den längeren Stücken wie "Send It", das sich als kleine Jazz-Odyssee entfaltet, und "Nine/Three", das vom tiefen Bass lebt. Das Trio lernte sich am Konservatorium in Utrecht kennen und trat zunächst unter dem Namen Muddy Grease als Live-Band auf.
Paul van de Calseijde, ein langjähriger Weggefährte der Band, bereichert "Nine/Three" und den Titeltrack mit seinem Saxophon und Synthesizer, die dem Album zusätzliche Tiefe und Atmosphäre verleihen. Auch ohne Gastkünstler beweist die Band ihre Souveränität, wie die Instrumentals "Rhapsody" mit wechselnden Taktarten und "Last Name" mit seinem stetigen Puls eindrucksvoll zeigen. Die ausgewogene Mischung aus Vokal- und Instrumentalstücken macht "OOO" zu einem stimmigen und in sich geschlossenen Album. Der abschließende Track "Use Your Noggin" offenbart die verspielte Seite der Gruppe, die von nächtlichen Sessions und tiefen YouTube-Kaninchenlöchern inspiriert ist. Dieser Track besticht durch Spielfreude über Perfektion und rundet den gesamten Ton der Platte ab. Mit frenetischen Drums, warmen Basslinien und glühenden Synthesizern bietet er einen der rhythmisch direktesten Momente des Albums. Auch wenn einige Stücke zu früh enden mögen, bleibt "OOO" ein warmes und kohärentes Album, das Utrecht fest auf der Landkarte des modernen Beat-Jazz verankert.
Das Album "OOO" von .multibeat ist ein Beweis für die kreative Verschmelzung verschiedener Musikgenres und die Fähigkeit der Band, eine kohärente und doch vielseitige Klanglandschaft zu schaffen. Es ist eine inspirierende Arbeit, die zeigt, wie Musik als Brücke zwischen Kulturen und Epochen dienen kann, indem sie klassische Elemente mit modernen Einflüssen verbindet. Es ermutigt uns, musikalische Grenzen zu überschreiten und uns für die reiche Vielfalt an Klängen und Ausdrucksformen zu öffnen, die die Welt zu bieten hat.
