ArchitekturMay 12, 2026, 9:23 AM

Bächlemeid Berlin: Eine neue Ära des architektonischen Schaffens

Bächlemeid Berlin: Eine neue Ära des architektonischen Schaffens
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Julian Bächle führt das renommierte Familienarchitekturbüro bächlemeid in Berlin fort und etabliert eine zukunftsweisende Herangehensweise an die Raumgestaltung. Sein Ansatz verbindet Architektur nahtlos mit Innen- und Industriedesign, Bildgestaltung und Kuration. Inspiriert von Koryphäen wie John Pawson und Virgil Abloh, hinterfragt Bächle traditionelle disziplinäre Grenzen und präsentiert Architektur als eine vielseitige Kunstform. Er zeigt eindrucksvoll, wie Räume nicht nur gebaut, sondern auch kuratiert und kulturell bereichert werden können.

Julian Bächle eröffnet bächlemeid Berlin und prägt die Kunstszene der Potsdamer Straße neu

Im Januar 2024 markierte Julian Bächle mit der Eröffnung des Berliner Büros von bächlemeid in der Kurfürstenstraße 142 einen bedeutenden Schritt. Das ehemalige Galeriegebäude, eingebettet im lebendigen Kunstviertel der Potsdamer Straße, wurde zur neuen Heimat des Architekturbüros, das als Satellit des 1991 von Martin Bächle und Karin Meid-Bächle in Konstanz gegründeten Unternehmens dient. Bächle, der das Berliner Büro leitet, integriert eine weitreichende Vision, die über das klassische Bauen hinausgeht und Innenarchitektur, Industriedesign, Bildgestaltung und Kuration umfasst.

Die sechs eleganten Glastürme des Gebäudes, bekannt als „Kufu 142“, prägen seit ihrer Fertigstellung im Jahr 2022 durch June-14 Meyer-Grohbrügge & Chermayeff das Stadtbild. Die oberen Etagen bieten miteinander verbundene Apartments mit doppelter Raumhöhe, während im Erdgeschoss namhafte Akteure wie Sam Chermayeff Office und Galerie Molitor mit ihren Präsenzen das Gebäude für die Öffentlichkeit zugänglich machen.

Im September 2024, während der Berliner Kunstwoche, transformierte Julian Bächle sein Büro in eine beeindruckende Galerie. Die Ausstellung „Everyday Exquisite“ präsentierte eine sorgfältig kuratierte Auswahl an Möbeln und Designobjekten von europäischen Avantgarde-Designern, darunter Frederik Fialin, New Tendency und Sam Chermayeff. Bächle beschrieb die Intention der Ausstellung so, dass alltägliche Objekte neu gedacht und aufgewertet werden, an der Schnittstelle von Funktion und Kunst. Der Erfolg der Vernissage mit 500 Besuchern und zahlreichen Verkäufen bestätigte seine Überzeugung, dass in Berlin ein großes Potenzial für sammelbares Design besteht.

Julian Bächles interdisziplinärer Ansatz wurzelt in seiner sechsjährigen Ausbildung an der Architectural Association School of Architecture (AA) in London. Dort lernte er, Architektur als ein breites Feld zu verstehen, das Design, Fotografie und Video umfasst. Seine prägenden Erfahrungen sammelte er bei Koryphäen wie Virgil Abloh, der ihm die Verbindung von Architektur mit Mode und Musik näherbrachte, und John Pawson, von dem er die Kunst des Minimalismus lernte. Nach einem Praktikum bei Sauerbruch Hutton in Berlin und seinem Masterabschluss zog es ihn zurück nach Deutschland, wo er mit dem preisgekrönten Interieurdesign des Restaurants Sathutu seine erste Soloarbeit realisierte.

Julian Bächle engagiert sich zudem in der Lehre und gibt seine multidisziplinäre Philosophie an die nächste Architektengeneration weiter. Zusammen mit Leonhard Clemens leitet er eine AA Visiting School am Cap Moderne, die sich mit der Transformation und Anpassung von Gebäuden aus der Zeit von 1920 bis 1970 beschäftigt. Er betont die Notwendigkeit, aus der Geschichte zu lernen und diese Erkenntnisse in die zeitgenössische Architektur einfließen zu lassen. Bächle sieht die neue Generation von Architekten, die im digitalen Zeitalter aufgewachsen ist, als Katalysator für einen radikaleren und offeneren Ansatz in der Architektur.

Julian Bächles Arbeit ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie Architektur Grenzen überschreiten und neue kreative Räume erschließen kann. Sein Engagement für die Wiederbelebung von bestehenden Strukturen und sein Verständnis von Licht als integralen Bestandteil des Designs zeugen von einer tiefgreifenden Wertschätzung für den Kontext und die Geschichte. Die Potsdamer Straße in Berlin, ein Schmelztiegel der Kreativität, bietet dafür den idealen Nährboden, um seine Visionen in die Realität umzusetzen.