Bette-CEO Thilo Pahl über nachhaltige Badgestaltung und die Zukunft des Badezimmers
In einer zunehmend von Digitalisierung geprägten Welt gewinnen analoge Rückzugsorte an Bedeutung. Thilo Pahl, der Geschäftsführer von Bette, einem namhaften Hersteller von Badlösungen, beleuchtet in einem aktuellen Interview, wie das Badezimmer zu einem solchen Ort der Entspannung und des „Digital Detox“ avancieren kann. Dabei stehen die Langlebigkeit der Materialien, innovative Gestaltungsprozesse und ein tief verwurzeltes Nachhaltigkeitsbewusstsein im Fokus des Unternehmens. Pahl gewährt Einblicke in die Philosophie von Bette, die sich seit über 70 Jahren auf den Werkstoff glasierten Titan-Stahl konzentriert und dabei stets eine Balance zwischen traditioneller Handwerkskunst und zukunftsweisenden Trends sucht.
Der Werkstoff glasierten Titan-Stahl, den Bette seit mehr als sieben Jahrzehnten einsetzt, zeichnet sich durch außergewöhnliche Haltbarkeit und eine glasartige, geschlossene Oberfläche aus. Diese Materialeigenschaft ermöglicht eine mühelose Reinigung, da keine Badezusätze oder Ablagerungen in das Material eindringen können. Laut Pahl behält der Stahl über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg sein neuwertiges Aussehen. Das Unternehmen bietet eine 30-jährige Garantie auf Fabrikations- und Konstruktionsfehler, was die Robustheit und Beständigkeit des Materials unterstreicht. Trotz der hohen Qualitätsansprüche gibt es gestalterische Herausforderungen: Scharfe Kanten und freischwebende Formen sind aufgrund der Materialeigenschaften anspruchsvoll in der Umsetzung. Bette sieht es als seine Aufgabe an, innovative Lösungen zu entwickeln, um diese Herausforderungen zu meistern und auch komplexe Designideen zu realisieren.
Bette legt großen Wert auf die Zusammenarbeit mit externen Designern. Das Unternehmen ermutigt Kreative, ihre Ideen ohne Einschränkungen zu entwickeln, bevor das Produktionsteam Wege findet, diese Visionen in die Realität umzusetzen. Diese offene Herangehensweise gilt auch für Sonderlösungen im Projektgeschäft, die oft die erfolgreichsten Produkte hervorbringen, da sie eine direkte Antwort auf spezifische Marktanforderungen darstellen. Pahl betont die Wichtigkeit, direkt auf Baustellen präsent zu sein, um die Bedürfnisse des Marktes genau zu erfassen und in die Produktentwicklung einfließen zu lassen. Der Vertrieb spielt dabei eine entscheidende Rolle als Vermittler zwischen den Marktanforderungen und der Produktion.
In Bezug auf Design-Trends verfolgt Bette eine Strategie, die die Langlebigkeit seiner Produkte berücksichtigt. Obwohl die Badbranche nicht so schnelllebig ist wie die Modeindustrie, integriert Bette aktuelle Farbtrends in seine Produktpalette, wie beispielsweise den Grünton Salvia. Gleichzeitig werden Fliesentrends beobachtet, um harmonische Übergänge zu gewährleisten. Bette positioniert glasierten Titan-Stahl als überlegen gegenüber gefliesten Duschbereichen, insbesondere im Hinblick auf Hygiene und Pflege, da die geschlossene Oberfläche im Gegensatz zu Fugen leichter zu reinigen ist. Klassische Farben wie Bahama Beige und Moosgrün bleiben fester Bestandteil des Sortiments, da sie besonders bei Renovierungen beliebt sind und das Kerngeschäft des Unternehmens bilden. Auch der Neubau, insbesondere bei Wohnungsbaugesellschaften und Hotels, spielt eine wichtige Rolle.
Die Zukunft des Badens und des Badezimmers sieht Pahl als einen bewussten Rückzugsort, an dem analoge Prozesse wie Duschen und Waschen in einer zunehmend digitalen Welt ihren Wert behalten. Dieser Raum soll dem Einzelnen ermöglichen, sich zu entspannen und die Außenwelt hinter sich zu lassen. Bette sieht es als seine Mission an, Produkte zu schaffen, die zu dieser Vision beitragen und somit eine schöne Zukunftsperspektive für das Badezimmer gestalten. Das Unternehmen setzt sich auch aktiv für Nachhaltigkeit ein, nicht nur als Marketingstrategie, sondern aus Überzeugung. Die Produkte von Bette sind recyclingfähig, und ein Teil der Energie wird durch Photovoltaikanlagen und Blockheizkraftwerke am Standort Delbrück gewonnen. Bette engagiert sich zudem für den Übergang zu einer CO₂-freien Stahlproduktion, da glasierten Titan-Stahl als unverzichtbarer Werkstoff für ihre Produkte angesehen wird.
