Carly Simon öffnet sich zu ihrer Parkinson-Diagnose und neuem Album
In einer zutiefst persönlichen Mitteilung hat die Musikerin Carly Simon ihre Fans über ihre jüngste Parkinson-Diagnose informiert. Die 83-jährige Rock-and-Roll-Hall-of-Fame-Künstlerin offenbarte die Schwierigkeiten, die diese unvorhersehbare Krankheit mit sich bringt, und wie sie sich auf ihr tägliches Leben auswirkt. Trotz der gesundheitlichen Herausforderungen, zu denen auch eine Hautkrebsbehandlung gehörte, hat Simon die Arbeit an ihrem ersten Album seit fast 20 Jahren, "Comes in Waves", abgeschlossen. Die Veröffentlichung ist für den 14. August geplant, und die erste Single, "Howl", ist bereits verfügbar. Dieses Werk entstand aus älteren Melodien und Ideen, die nun in ihrer aktuellen Lebensphase reifen konnten.
Carly Simon teilte mit, dass sie lange benötigt habe, um die Diagnose der Parkinson-Krankheit zu verarbeiten und zu entscheiden, wie viel sie öffentlich darüber sprechen möchte. Sie beschreibt die Krankheit als unberechenbar, mit Tagen extremer Müdigkeit, die es ihr unmöglich machen, in Gang zu kommen, während andere Tage ihr mehr Freiheit für Bewegung, Denken und kreatives Schaffen lassen. Die Probleme begannen mit Arthritis in Knien und Hüfte, die durch Gelenkersatzoperationen behandelt wurden. Doch ihre Mobilität verschlechterte sich weiterhin, was sie und ihre Familie dazu veranlasste, weitere Untersuchungen an der Mayo Clinic durchzuführen, wo schließlich die Parkinson-Diagnose gestellt wurde.
Die Behandlung umfasst Medikamente zur Linderung der Symptome, doch die Krankheit folgt keinem festen Rhythmus. Simon hebt hervor, dass Parkinson nicht nur motorische Fähigkeiten wie Zittern und Gleichgewicht beeinträchtigt, sondern auch emotionale und kognitive Aspekte. Sie spricht von Angst, Depression, Erschöpfung und besonders von Apathie, einem Zustand, in dem der innere Antrieb für alltägliche Aktivitäten wie Lesen, Schreiben oder Singen vorübergehend verloren geht. Parallel dazu wurde Simon wegen eines Basalzellkarzinoms im Gesicht behandelt, dessen erfolgreiche Entfernung ihr Aussehen veränderte und zu einer verstärkten Unsicherheit in der Öffentlichkeit führte. Diese Herausforderungen führten zu einem Rückzug aus der Öffentlichkeit, den sie humorvoll mit einem ganzjährigen Winterschlaf vergleicht.
Trotz der gesundheitlichen Rückschläge hat Carly Simon ihre kreative Arbeit nicht eingestellt. Inmitten dieser schwierigen Zeit begann sie mit der Aufnahme von "Comes in Waves". Sie beschreibt Musik als eine rettende Kraft, die ihr immer zur Seite stand und ihr eine Form und Struktur in Tagen gab, die oft formlos waren. Das Album besteht aus Songs und Fragmenten, die teilweise schon Jahre auf ihre Vollendung gewartet hatten. Die Arbeit an der Musik bot ihr einen Ort, an den sie sich zurückziehen konnte, ohne ihr Zimmer verlassen zu müssen, und erinnerte sie daran, dass eine Krankheit das Leben verändern kann, ohne es vollständig zu bestimmen. Sie sieht Parkinson nicht als Geschenk, sondern als eine schwierige und frustrierende Realität, die sie noch immer zu akzeptieren lernt, ohne dabei ihr Wesen zu verlieren. Simon bleibt aktiv, schreibt, singt, lacht und erinnert sich, unterstützt von ihrer Familie, Freunden und medizinischem Personal.
Carly Simons aufrichtige Offenlegung über ihre Erkrankung und den Entstehungsprozess ihres neuen Albums zeugt von großer Stärke und Resilienz. Ihre Geschichte verdeutlicht, wie künstlerische Tätigkeit auch in persönlich herausfordernden Zeiten eine Quelle der Heilung und des Ausdrucks sein kann. Die bevorstehende Veröffentlichung von "Comes in Waves" ist ein Beweis für ihre ungebrochene Kreativität und ihren Willen, trotz aller Widrigkeiten weiterhin Musik zu schaffen, die berührt.
