DesignSep 28, 2026, 8:16 AM

Demokratische Symbole neu denken: Eine Ausstellung zur visuellen Repräsentation der Demokratie

Demokratische Symbole neu denken: Eine Ausstellung zur visuellen Repräsentation der Demokratie
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In einer bemerkenswerten Ausstellung widmet sich das Frankfurter Museum Angewandte Kunst einer selten beleuchteten Fragestellung: der visuellen Sprache unserer Demokratie. Unter dem Titel „Adler, Orden, Wahlurne“ wird untersucht, wie sich die Demokratie durch ihre Objekte manifestiert und welche Potenziale für eine zeitgemäße Neugestaltung existieren. Die Schau lädt Besucher ein, bekannte demokratische Zeichen aus einer frischen Perspektive zu betrachten und deren Relevanz für unser heutiges Demokratieverständnis zu prüfen.

Diese Initiative fußt auf dem Forschungsprojekt Re-De-Re (Redesigning Democratic Representation), einer Kollaboration zwischen der Hochschule für bildende Künste Hamburg und der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, gefördert von der VolkswagenStiftung. Anstatt sich in monumentalen oder nischigen Projekten zu verlieren, verfolgt das Projekt einen unaufgeregten Ansatz: Es konzentriert sich auf die kreative Auseinandersetzung mit spezifischen Objekten, die im Alltag unserer Demokratie eine Rolle spielen. Im Fokus stehen dabei die Wahlurne, die oft eine wenig würdevolle Erscheinung hat, der Bundesadler als historisches Symbol mit militaristischer Konnotation und das Bundesverdienstkreuz, dessen formale Gestaltung auf christliche und militärische Traditionen verweist. Kurator Friedrich von Borries betont in einem Interview, dass die Politik ein Designproblem hat, das in diesen Objekten exemplarisch sichtbar wird.

Ausgehend von diesen Beispielen wurden von Designern und Kreativen innovative Entwürfe entwickelt, die eine zeitgemäßere und inklusivere Darstellung demokratischer Werte anstreben. Die Ausstellung verdeutlicht, dass Demokratie nicht nur ein Verwaltungskonstrukt ist, sondern aktiv gestaltet werden kann und muss. Sie versteht sich als Aufforderung an die Öffentlichkeit, sich an diesem Gestaltungsprozess zu beteiligen und die Zukunft unserer demokratischen Symbole aktiv mitzugestalten.

Diese Ausstellung ist ein wichtiger Beitrag zur öffentlichen Debatte über die Ausdrucksformen unserer Gesellschaft. Sie ermutigt dazu, kritisch über etablierte Symbole nachzudenken und sich für eine visuelle Sprache einzusetzen, die die Vielfalt und Dynamik einer modernen Demokratie widerspiegelt. Die aktive Auseinandersetzung mit Design im Kontext politischer Repräsentation kann dazu beitragen, das Verständnis und die Wertschätzung für demokratische Prozesse zu vertiefen und so eine stärkere, lebendigere Demokratie zu fördern.

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