Die Klangreise von Clinic: Ein Dada-Dub für die moderne Existenz
Ein musikalischer Zirkusakt: Zwischen Schrecken und Süße
Die Verlockung des Unbehagens
Stellen Sie sich vor, Sie entscheiden sich nach einem überzogenen Abend für ein Spiegellabyrinth. Was als harmloses Vergnügen beginnt, entpuppt sich schnell als beklemmende Erfahrung, in der das eigene Körperbild verzerrt und die Realität zu einem albtraumhaften Labyrinth wird. Diese surreale Situation, in der Sie sich übergeben und die Schokobanane mit etwas Rötlichem vermischt in einer reflektierenden Sackgasse landet, ist ein Sinnbild für das Gefühl, das Clinics neuestes Album „WILD IN THE STREETS“ hervorruft.
Der Klang der Zirkuswelt
Das Duo aus Liverpool hat mit „WILD IN THE STREETS“ eine musikalische Landschaft geschaffen, die an einen Leierkasten erinnert. Es ist eine faszinierende Mischung aus Dub-Rhythmen, Elementen von Cabaret Voltaire und den unheimlichen Klängen alter Horror-B-Filme. Obwohl diese Klangwelt eine gewisse Transzendenz besitzt, bewahrt sie doch eine bemerkenswerte Anmut. Dies liegt an der scheinbar ungeschickten, aber in Wirklichkeit sehr bewusst gewählten Instrumentierung. Vielfältige Flöten, Synthieharfen und hypnotische Melodiefelder fügen sich zu einem Ganzen, das gesellschaftspolitische Beobachtungen subtil in die Ohren des Hörers trägt, ohne aufdringlich zu wirken.
