MusikMay 12, 2026, 9:08 AM

Erick Sermons „Dynamic Duos“: Eine Ehrung der Rap-Legenden

Erick Sermons „Dynamic Duos“: Eine Ehrung der Rap-Legenden
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Erick Sermons aktuelles Werk „Dynamic Duos“ positioniert den Künstler nicht primär als Rapper, sondern vielmehr als geschmackvollen Produzenten und Kenner der Hip-Hop-Historie. Das Album ist eine einfühlsame, zeitgemäße und zugleich traditionelle Würdigung der unvergesslichen Rap-Paarungen. Die Klanglandschaft ist warm, funkig und kraftvoll, ohne dabei unnötig auf Retro-Effekte zu setzen. Diese ausgewogene Herangehensweise lässt optimistisch auf die angekündigte Trilogie blicken, die sich als ein Höhepunkt in Sermons künstlerischem Schaffen erweisen könnte.

Erick Sermon als Architekt des Sounds

Erick Sermon, bekannt als konstante Größe des Eastcoast-Sounds seit seinen Tagen bei EPMD, präsentiert mit "Dynamic Duos" eine überraschende Perspektive. Er tritt hier mehr als Produzent in Erscheinung und überlässt das Rampenlicht einer Reihe legendärer Partner. Das Album fungiert als eine Hommage an ikonische Rap-Duos, wobei Sermon selbst nur sporadisch zum Mikrofon greift. Dieses Konzept ist nicht nur schlüssig, sondern zeugt auch von Sermons Vergangenheit als Teamplayer, der sein Vermächtnis durch Kooperationen wie Def Squad und Erfolge wie "No Pressure" aufbaute. Es ist eine elegante Verbeugung vor seiner eigenen Geschichte und zeigt, wie er die Rolle des Kurators meisterhaft ausfüllt.

Nach seinen vorherigen Alben E.S.P. und dem persönlich geprägten Vernia, wo er eigentlich eine Pause einlegen wollte, beweist Sermon mit „Dynamic Duos“, dass sein kreativer Motor noch immer auf Hochtouren läuft und seine Fähigkeiten als Produzent aktueller sind denn je. Das Album startet nach einem kurzen Intro direkt mit „Look at ’Em“, wo Method Man und Redman in ihrer gewohnten Harmonie über ein gespenstisch schimmerndes Instrumental liefern. Dieser Track setzt früh den Ton, indem er beiläufig an alte Def-Squad-Dynamiken erinnert und trotzdem modern und frisch klingt. Anschließend übernehmen M.O.P. bei „Sidewalk Executives“, das einen souligen Grundton nutzt und die Härte der Brownsville-Ikonen betont, während Snoop Dogg auf „Like That“ spielerisch in Richtung Funk abbiegt und seinen unverkennbaren Flow entspannt auskostet.

Ikonen, Westcoast-Legenden und politische Statements

Nach einem kurzen Zwischenspiel namens "Maya Crockett" folgt "God Mode" mit Conway the Machine und The Game, die ihre Verse wie moderne Schriften präsentieren und Sermons wuchtige Drums souverän beherrschen. Cypress Hill wählen in "How Do You Know?" einen klassischen Boom-Bap-Ansatz, warnen jedoch gleichzeitig davor, den berüchtigten Purple-Haze-Rauch zu unterschätzen. Besonders spannend wird es, wenn Public Enemy bei "How Long?" die Funk-Linie wieder aufgreifen und ihre politische Relevanz erneut unter Beweis stellen, eine historische Perspektive, die Sermon bewusst inszeniert.

Selbstverständlich darf EPMD nicht fehlen, und so entfaltet "Test Me" genau jene Energie, mit der Sermon und Parrish Smith schon früher musikalische Grenzen verschoben haben. Nach einem weiteren Zwischenspiel, "Pimp Gators", bewegen wir uns in Richtung Westküste, wo Tha Dogg Pound in "The City" mit lässiger Präzision an Zeiten erinnern, als Dogg-Pound-G-Funk ganze Stadien zum Beben brachte. Mit "Spectacle" greifen Heltah Skeltah soulige und funkige Elemente auf und sprechen offen über ihre Absicht, die Musikszene ohne Schnörkel aufzumischen. "No Gimmicks" mit 38 Spesh und Da Youngfellaz führt diesen Gedanken weiter und unterstreicht, dass Authentizität niemals als bloße Nostalgie missverstanden werden sollte. Kurz vor dem Abschluss beleben Salt-n-Pepa mit "Back 2 the Party" die Block-Party-Ära wieder, bevor der Outro-Teil die Bühne für die kommenden Fortsetzungen der "Dynamic Duos"-Trilogie bereitet.

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