Jil Sander und Thonet: Eine Fusion von Eleganz und Bauhaus-Erbe in der Möbelkollektion
Jil Sander und Thonet: Die Kunst der Reduktion in einer erweiterten Kollektion
Die tiefe Designphilosophie von Jil Sander: Mehr als nur Purismus
Jil Sander, oft als Puristin bezeichnet, demonstriert in ihren Entwürfen eine bemerkenswerte Sensibilität für Proportionen, Materialien und visuelle Wirkung, die über bloße Reduktion hinausgeht. Ob in der Mode oder im Möbeldesign, ihre Arbeiten strahlen eine reine, fast ätherische Schönheit aus, deren wahre Stärke in der emotionalen Resonanz liegt, die sie hervorrufen. Ihre klare Linienführung und unaufdringliche Eleganz zeigen eine deutliche Affinität zur Architektur der Moderne. Diese gedankliche Nähe führte 2025 zu einer konsequenten Zusammenarbeit mit Thonet, in der Sander den Freischwinger S 64 von Marcel Breuer neu interpretierte und damit die zeitlose JS . THONET Kollektion ins Leben rief.
Erweiterung der JS . THONET Kollektion: Hommage an Bauhaus-Meister
Die anfängliche JS . THONET Kollektion, die sich auf den S 64 Freischwinger und passende B 97 Beistelltische konzentrierte, wird nun durch einen einladenden Loungesessel und einen vielseitigen Tisch erweitert. Diese neuen Elemente, die Thonet zu einem "Quartett" ergänzt, vergrößern die Einsatzmöglichkeiten der Serie erheblich, von Wohnbereichen bis hin zu Konferenzräumen. Jil Sander führt ihre Designprinzipien konsequent fort, indem sie den ursprünglichen Gestaltungsansatz der Bauhaus-Autoren respektiert. Ihre Interpretationen sind eine Hommage an das Bauhaus, das stets industrielle Konstruktion mit sinnlichen Materialien wie Leder, Holz und Stahlrohr zu verbinden wusste. Marcel Breuers weitsichtige Verbindung von avantgardistischer Ästhetik und Bequemlichkeit bildet die Grundlage dieser Neugestaltung und hebt die Kollektion im heutigen Markt hervor.
Der Loungesessel S 411: Eine Einladung zum Verweilen in ruhiger Eleganz
Der neue Loungesessel S 411, inspiriert vom freischwingenden S 64, zeichnet sich durch eine ähnliche Federung aus, präsentiert sich jedoch mit einer ruhigeren, weniger dynamischen Linienführung. Seine weich geformten Polster, das s-förmig geschwungene Stahlrohrgestell und die konkav gebogenen Armlehnen mit sanften Auflagen schaffen eine opulente Anmutung. Jil Sander betont, dass der Verzicht auf scharfe Winkel dem Sessel eine schwebende Leichtigkeit verleiht, die den Geist des Konstruktivismus widerspiegelt. Historisch gesehen erweiterte der S 411 das Thonet-Portfolio um eine gestalterische Innovation, indem er Komfort und Volumen in den Vordergrund rückte. Sander legte besonderes Augenmerk auf das Polsterdesign: Das Leder ummantelt die Polsterung nahtlos, wodurch Sitz- und Rückenfläche wie kunstvoll eingeschlagene Kissen wirken, deren Rückseite von einem umlaufenden Keder, der an hochwertige Kleidung erinnert, gefasst wird.
Harmonische Material- und Farbkonzepte: Die "Serious" und "Nordic" Linien
Die von Jil Sander neu interpretierten Möbelmodelle der JS . THONET Kollektion zeichnen sich durch kohärente Farb- und Materialwelten in zwei Gestaltungslinien aus: "Serious" und "Nordic". Die "Serious"-Linie verleiht dem ursprünglichen Chromgestell eine rauchig glänzende Oberfläche, während "Nordic" das Metall in einem matten, pudrigen Schimmer zwischen Gold und Silber changieren lässt. Das silbergraue Gestell der "Serious"-Linie lässt sich mit Polstern in Graphite Black, Graphite Ruby Red, Graphite Green oder Graphite Blue kombinieren. Die "Nordic"-Linie hingegen setzt auf weiß pigmentierte Eiche und Lederpolster in Farbtönen wie Light Caramel, Burnt Walnut und Alabaster White, die den skandinavisch inspirierten Charakter unterstreichen.
Der Tisch S 1070: Brücke zwischen Tradition und Moderne
Der Tisch S 1070 spiegelt die Material- und Farbkonzepte der Loungesessel, Freischwinger und Beistelltische wider. Die Holzplatten sind auf die Farbwelt der Armlehnen und Polster abgestimmt, während Thonet bewusst ein Spiel mit Kontrasten erlaubt. Die Tischplatte, bestehend aus zwei längs geteilten Elementen, ermöglicht die Kombination unterschiedlicher Oberflächen und markiert den Übergang in das zeitgenössische Design. Entworfen im Jahr 2004 von Glen Oliver Löw, überführt der S 1070 die Designlogik des Bauhauses in eine moderne Formensprache. Das minimalistische Gestell lässt die massive Tischplatte beinahe schweben und bildet einen erdenden Gegenpol. Die JS . THONET Kollektion ist somit nicht nur eine historische Rückbesinnung, sondern auch eine Hommage an Handwerk, langlebige Materialien und die Liebe zum Detail, sichtbar in der feinen Signatur der Designerin am Gestell.
