Neue Auszeichnung für allergikerfreundliche Gebäude
Zukunftsorientiertes Bauen: Gesundheit und Nachhaltigkeit Hand in Hand.
Förderung der Gesundheit von Gebäudenutzern durch innovative Baukonzepte
Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat in Zusammenarbeit mit der Allergy Friendly Buildings Alliance (AFBA) eine zukunftsweisende Sonderauszeichnung ins Leben gerufen, die sich auf das allergikerfreundliche Bauen konzentriert. Diese Zertifizierung, die als Ergänzung zu bestehenden DGNB-Zertifikaten für Neubauten und Bestandsgebäude erworben werden kann, verlangt die Erfüllung spezieller medizinischer Standards der AFBA. Das gemeinsame Bestreben ist es, Bauprojekte hervorzuheben, die nicht nur ökologisch nachhaltig sind, sondern auch das Wohlbefinden und die Gesundheit ihrer Bewohner priorisieren. Dabei werden keine zusätzlichen Kosten für die Vergabe dieser Auszeichnung erhoben.
Die Bedeutung gesunder Gebäude für die gesamte Bevölkerung
Johannes Kreißig, Geschäftsführender Vorstand der DGNB, betont die zentrale Rolle des Wohlbefindens der Gebäudenutzer im Kontext nachhaltigen Bauens. Er hebt hervor, dass die wachsende Gruppe der Allergiker eine besonders schützenswerte Bevölkerungsgruppe darstellt. Durch die Kooperation mit der AFBA soll das Bewusstsein für dieses wichtige Thema geschärft und Bauprojekte ausgezeichnet werden, die sich bereits heute auf die Schaffung gesunder Lebens- und Arbeitsräume konzentrieren. Angela Balatoni, CEO und Mitgründerin der AFBA, ergänzt, dass Allergiker einen sensiblen Indikator für die Qualität von Gebäuden und Innenräumen darstellen. Konzepte, die auf die Bedürfnisse von Allergikern zugeschnitten sind, kommen letztendlich allen Menschen zugute, indem sie eine verbesserte Innenraumqualität schaffen.
Vier Schlüsselaspekte für die Gestaltung allergikerfreundlicher Gebäude
Um die Sonderauszeichnung für allergikerfreundliches Bauen zu erhalten, müssen zusätzlich zu den Kriterien der DGNB-Zertifizierung weitere Anforderungen der AFBA erfüllt werden, die sich in vier Hauptbereiche gliedern. Erstens, die Materialauswahl: Hierbei geht es darum, über die DGNB-Standards hinaus Schad- und Risikostoffe, einschließlich Allergene und Duftstoffe, zu minimieren. Zweitens, die Begrünung: Ein umsichtiger Umgang mit Innen- und Außenbegrünung soll die Pollenbelastung reduzieren und den Einsatz allergieauslösender Pflanzen vermeiden. Drittens, die Lüftungssysteme: Die korrekte Installation und Wartung von Lüftungsanlagen, einschließlich der Wahl geeigneter Filterklassen und einer hygienischen Betriebsweise, ist entscheidend, um die Bildung von Mikroorganismen und Schimmel zu verhindern. Viertens, die Reinigung: Die AFBA-Beratung unterstützt bei der Auswahl und Anwendung von Reinigungsmitteln, um Duft- und Konservierungsstoffe zu minimieren und eine gesunde Innenraumumgebung zu gewährleisten.
Effiziente Nachweisführung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit
Der Kriterienkatalog für allergikerfreundliches Bauen wurde von der AFBA in enger Zusammenarbeit mit einem interdisziplinären Team entwickelt. Dieses Team setzt sich aus Experten der Immunologie und Allergologie, Wissenschaftlern führender Forschungsinstitute wie dem ZAUM – Zentrum für Allergie und Umwelt des Helmholtz Zentrums München, sowie Ingenieuren und Planern aus der Bau- und Immobilienpraxis zusammen. Ziel ist es, medizinische Erkenntnisse nahtlos mit der praktischen Umsetzung in Gebäuden zu verbinden. Die Kooperation zwischen DGNB und AFBA ermöglicht eine effiziente Verknüpfung von Prüf- und Nachweispflichten und trägt dazu bei, das Thema allergikerfreundlicher Gebäude in der Bau- und Immobilienbranche stärker in den Fokus zu rücken.
