DesignJul 31, 2026, 2:18 PM

GridType Band 1: Einblick in Typwerkzeuge und Schriftdesign

GridType Band 1: Einblick in Typwerkzeuge und Schriftdesign
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Das Buch "GridType Band 1" von Slanted Publishers setzt sich kritisch mit der Beziehung zwischen Werkzeug und Ergebnis in der Schriftgestaltung auseinander. Es zeigt, wie zehn verschiedene Designer unter Verwendung desselben experimentellen Rastersystems, grid-type.com, zu zehn völlig einzigartigen Alphabeten gelangten. Diese Publikation rückt die Werkzeuge selbst in den Mittelpunkt der Betrachtung, eine Herangehensweise, die in der Typografie-Literatur selten ist. Das Buch legt dar, dass die Schaffung eigener Beschränkungen zu einer erweiterten kreativen Vielfalt führen kann, anstatt diese einzuschränken, und unterstreicht die Relevanz dieser Diskussion in einer Zeit, in der die Abhängigkeit von proprietären Designprogrammen wächst.

Die Veröffentlichung richtet sich an alle, die sich mit Schriftgestaltung beschäftigen, sei es als Typedesigner, Lehrkräfte oder Sammler hochwertiger Designbücher. "GridType Band 1" ist nicht nur ein Buch über Schriften, sondern auch eine Erkundung der Philosophie hinter der Werkzeugentwicklung im Designbereich. Es stellt die These auf, dass die Fähigkeit, eigene Gestaltungswerkzeuge zu entwickeln, eine entscheidende Rolle für die kreative Autonomie von Designern spielt. Die Interviews im Buch vertiefen diese Perspektive, indem sie die Meinungen führender Designer zur Notwendigkeit der Selbstentwicklung von Software beleuchten und einen umfassenden Einblick in die aktuellen Herausforderungen und Potenziale des Typedesigns geben.

Die Bedeutung des Werkzeugs im modernen Typedesign

Die Publikation "GridType Band 1: Type & Tools" der Slanted Publishers, die 2026 erscheint, umfasst 96 Seiten und beleuchtet die Entstehung von zehn Schriftarten, die alle mithilfe des experimentellen, schablonenbasierten Schriftwerkzeugs grid-type.com entwickelt wurden. Unter der redaktionellen und gestalterischen Leitung von Katharina Nejdl, die das Konzept gemeinsam mit Céline Hurka entwickelte, versammelt das Buch Beiträge führender unabhängiger Schriftgestalter wie Anna Cairns, Boom Promphan Suksumek und Anna Srikitkul, Charlotte Rohde, Hanna Boslau, Julie Werenskjold Sørensen, Miquel Hervás Gómez und César Rogers von fanfare, Studio HanLi, Svatopluk Ručka, Trang Hà sowie Özgür Deniz Koldaş. Ergänzt wird dies durch Interviews mit Lena Weber, studio pointer* und Céline Hurka, die dem Werk eine analytische Dimension verleihen und über eine reine Schriftsammlung hinausgehen.

In einer Zeit, in der die Schriftgestaltung zunehmend durch Automatisierung, variable Schriftarten und KI-gestützte Generierung geprägt ist, widmet sich "GridType Band 1" der kritischen Untersuchung des Werkzeugs selbst. Die Frage nach der Kontrolle über die Software, auf die Designer angewiesen sind, wird auf den Punkt gebracht. Das Buch argumentiert, dass die Entwicklung eigener Beschränkungen, wie durch das grid-type.com-System demonstriert, zu einer größeren kreativen Bandbreite führen kann. Dies steht im Gegensatz zur Abhängigkeit von proprietären Lösungen, die oft die gestalterischen Möglichkeiten limitieren. "GridType Band 1" beweist durch die Vielfalt der entstandenen Schriftbilder, dass individuelle Werkzeugentwicklung ein eigenständiger Designzweig ist, der die Kreativität fördert und Designer befähigt, über konventionelle Grenzen hinauszugehen.

Historische Einflüsse und die Rolle des Selbstbaus von Werkzeugen

Das digitale Werkzeug grid-type.com, das als Grundlage für die im Buch vorgestellten Schriftarten dient, schöpft seine Inspiration aus historischen rasterbasierten Schablonensystemen. Besonders hervorzuheben ist die "Plaque Découpée Universelle" aus den 1870er Jahren, eine Schablone, die die Erzeugung des gesamten Alphabets aus einer einzigen Struktur ermöglichte. Grid-type.com modernisiert dieses Prinzip, indem es eine digitale Plattform bereitstellt, auf der Designer aus neun vordefinierten Rastertypen wählen und diese durch Anpassen von Reihen, Spalten und Komplexität personalisieren können. Diese Rastertypen spiegeln verschiedene Designphilosophien wider, von geometrischen Formen wie Rechtecken und Dreiecken bis hin zu Anspielungen auf Pixelraster und segmentbasierte Anzeigen, die an alte Digitaluhren erinnern. Auch die Systematik Wim Crouwels und die geometrischen Ansätze des Bauhauses finden sich in den Designprinzipien wieder, die das Tool leiten.

Die Parametrisierung der Raster ist entscheidend für die Einzigartigkeit der Ergebnisse: Kleine Änderungen an den Variablen führen zu signifikanten visuellen Unterschieden. Dies erklärt, warum zehn Designer mit demselben Basiswerkzeug zehn visuell unterschiedliche Schriftarten erstellen konnten. Das Buch stellt die Interviews mit Lena Weber, studio pointer* und Céline Hurka als zentrales Element dar, um die Frage zu erörtern, warum Schriftgestalter ihre eigenen Softwarelösungen entwickeln sollten. Es wird argumentiert, dass die eigene Werkzeugentwicklung ein tiefgreifendes Verständnis der Gestaltungseinschränkungen ermöglicht, im Gegensatz zur blinden Übernahme voreingestellter Funktionen kommerzieller Software. "GridType Band 1" erhebt den "Werkzeug-als-Schriftart-Prinzip" zum Kerngedanken und betont, dass die Gestaltung eines Werkzeugs ebenso ein kreativer Akt ist wie die Gestaltung einer Schrift selbst, wobei die Grenzen des Systems bewusst ausgelotet werden, um innovative Ergebnisse zu erzielen.

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