MusikMay 12, 2026, 9:16 AM

Samm Henshaws „It Could Be Worse“: Eine musikalische Reise durch Liebe und Loslassen

Samm Henshaws „It Could Be Worse“: Eine musikalische Reise durch Liebe und Loslassen
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Samm Henshaws jüngstes musikalisches Werk, „It Could Be Worse“, stellt eine tiefgehende Erkundung der menschlichen Erfahrung dar, in der das Festhalten an der Liebe trotz des Bewusstseins über die Notwendigkeit des Loslassens thematisiert wird. Das Album fängt die innere Zerrissenheit des Künstlers ein, der sich wünscht, dass die Liebe Bestand hat, aber gleichzeitig die Angst vor Verletzung hegt. Henshaw, der in einer Gospel-Umgebung im Süden Londons aufwuchs, verarbeitet Schmerz und ermutigt dazu, selbst Brüche in etwas Wertvolles zu verwandeln. Diese Spannung durchzieht das gesamte Werk, das von Trost und dem Wunsch geprägt ist, dass eigene Leiden anderen von Nutzen sein könnten.

Samm Henshaws „It Could Be Worse“: Eine detaillierte Betrachtung des Albums

Am 27. Januar 2026 erschien Samm Henshaws zweites Album „It Could Be Worse“. Während sein Debütalbum „Untidy Soul“ aus dem Jahr 2022 noch verschiedene Stimmungen abwechselte, präsentiert sich „It Could Be Worse“ als ein konsistentes und kohärentes Werk, das sich intensiv mit dem Thema Schmerz auseinandersetzt. Es wird aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet, mal kontrolliert, mal offen. Die Entscheidung, das Album zunächst ausschließlich auf Vinyl zu veröffentlichen, bevor es später gestreamt wurde, unterstreicht diesen fokussierten Ansatz. Die Aufnahmen fanden live in Los Angeles statt, unter der Produktion von Josh Grant und der Unterstützung von talentierten Musikern wie Solomon Fox, Leven Kali, Anoop D’Souza und Jesse Singer. Die Authentizität der Live-Aufnahme lässt die Musiker atmen und bewahrt die Unmittelbarkeit jedes einzelnen Tons.

Lieder wie „Closer“ und „Float“ drehen sich um eine Art von Nähe, die nicht ausreicht, sowie um das Bewusstsein, dass ein Loslassen notwendig wäre, doch als unmöglich erscheint. Henshaw drückt Sehnsüchte wie Gebete aus, von denen er selbst ahnt, dass sie unerhört bleiben. In „Wait Forever“ verspricht er Geduld, schiebt aber gleichzeitig die Angst vor, dass diese irgendwann erschöpft sein könnte. Die Liedtexte wirken dabei stets spontan und nicht kalkuliert, als wären es Gedanken, die zu früh ausgesprochen wurden, um bereits stabil zu sein.

Der Höhepunkt des Albums ist „Sun and Moon“. Hier versucht Henshaw, zum ersten Mal Grenzen zu setzen und sich selbst daran zu erinnern, wo er endet und der andere beginnt. Er erkennt, wie die Liebe das Urteilsvermögen trüben und die Identität auflösen kann. Doch selbst diese Einsicht ist flüchtig, denn am Ende gesteht er ein, dass er sich dennoch wieder verlieren wird. „Don’t Break My Heart“ übersetzt die zentrale Angst des Albums in eine direkte Frage nach Verbindlichkeit, während „Stay on the Move“ Zweifel und Selbstbefragung zulässt, ohne schnelle Antworten zu liefern.

Im weiteren Verlauf schwankt das Album zwischen spezifischem Schmerz und allgemeiner Ermutigung. „Heavy Measures“ und „Get Back“ bewahren ihre Schwere und lassen Abschiede als etwas Unumkehrbares stehen. Andere Stücke wie „Hair Down“ oder „Don’t Give It Up“ greifen auf universelle Trostformeln zurück, die zwar gut gemeint sind, aber einen Teil der zuvor aufgebauten Intimität verwässern. Dass diese Momente trotzdem funktionieren, liegt an Henshaws Stimme, die selbst Klischees glaubwürdig tragen kann. Die Live-Aufnahme verleiht dem Album eine Wärme und Unmittelbarkeit, die jede digitale Glättung zerstört hätte. Henshaw rundet manche Kanten ab, wo Schärfe möglich gewesen wäre, doch insgesamt überzeugt die Offenheit. „It Could Be Worse“ ist ein Album über das Festhalten, das versteht, dass Festhalten scheitern kann. Wo das Debüt charmierte, ohne sich festzulegen, geht dieses Album ein Risiko ein und bleibt dabei bemerkenswert zärtlich.

Dieses Album von Samm Henshaw liefert uns eine wichtige Botschaft: Manchmal ist es besser, seine Gefühle ungefiltert auszudrücken, auch wenn sie widersprüchlich erscheinen. Die Musik zeigt, dass es Mut erfordert, Verletzlichkeit zuzulassen und die Unsicherheit des Loslassens zu akzeptieren. Es erinnert uns daran, dass wahre Stärke darin liegt, authentisch zu sein und die Komplexität menschlicher Emotionen nicht zu scheuen, sondern sie als Teil des Wachstums zu begreifen. Henshaws Werk ist eine Inspiration, die eigenen Ängste und Wünsche anzuerkennen, anstatt sie zu verbergen.

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