DesignJul 15, 2026, 2:21 PM

Flexible Arbeitswelten im Herzen Berlins: 4flow-Zentrale neu interpretiert

Flexible Arbeitswelten im Herzen Berlins: 4flow-Zentrale neu interpretiert
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Die Neugestaltung des Berliner Hauptquartiers von 4flow durch brandherm + krumrey interior architecture (bki) steht beispielhaft für einen Paradigmenwechsel in der Bürogestaltung. Statt eines bloßen Facelifts wurde ein ganzheitliches Arbeitsumfeld geschaffen, das die Unternehmensentwicklung und die modernen Anforderungen an Flexibilität und Vernetzung widerspiegelt. Die Transformation des ehemaligen Verlagshauses in Charlottenburg in eine offene Bürolandschaft, die vielfältige Nutzungsszenarien ermöglicht, ist ein klares Statement gegen statische Arbeitsstrukturen. Das Design, das Wege, Übergänge und Zwischenräume als zentrale Gestaltungselemente nutzt, fördert die Kommunikation, erleichtert spontane Begegnungen und strukturiert Arbeitsprozesse effizient.

Das Projekt betrifft die Gründungsadresse von 4flow, was die Neugestaltung zu einer besonderen Herausforderung machte. Die Innenarchitektinnen Susanne Brandherm und Sabine Krumrey wollten den historischen Ort neu interpretieren und eine flexible, vernetzte Arbeitsumgebung kreieren. Das Gebäude, ein Industriebau aus den 1920er-Jahren von Ernst Selge, bietet auf fünf Etagen und rund 4.000 Quadratmetern Fläche Raum für diese Vision. Ein 2022 entwickelter Masterplan diente als Grundlage, um die Flächen effizienter zu nutzen und ein übertragbares Raumkonzept für zukünftige Standorte zu etablieren.

Um die Transformation zu realisieren, wurde das Stammhaus von Grund auf entkernt. Die ursprünglichen Zellenbüros wichen einer dynamischen Bürolandschaft. Brandherm und Krumrey betonen, dass Arbeit heute von Bewegung, Austausch und Fokusphasen geprägt ist. Das neue Raumkonzept integriert Besprechungs- und Rückzugsbereiche, die strategisch nahe den Arbeitsplätzen platziert sind, um kurze Wege und effiziente Abstimmungen zu ermöglichen. Herzstücke der neuen Gestaltung sind ein Café und der „Flow Market“ im vierten Obergeschoss, eine flexible Fläche für Veranstaltungen und informelle Treffen. Auch der Empfangsbereich im Erdgeschoss wurde durch großzügige Glaswände geöffnet, um das offene Konzept fortzuführen.

Die Arbeitsplätze sind als Inseln entlang der Fassade angeordnet und werden von gläsernen Boxen oder Raumgittern strukturiert. Für informelle Interaktionen und Pausen stehen Lounge-Bereiche mit Sofas und Sesseln zur Verfügung. In der Mittelzone finden sich kleine Kabinen für konzentriertes Arbeiten, ausgestattet mit Möbeln wie dem Stuhlmodell „crona“ von Brunner. Offene Regalsysteme und Vorhänge von Vescom oder Création Baumann tragen zur Zonierung bei. Die Farb- und Materialgestaltung belebt die ansonsten zurückhaltenden weißen Wände der Bestandsarchitektur. Möbelstoffe wie „Remix 3“ von Kvadrat oder „Breeze Fusion“ von Gabriel schaffen ein lebendiges, aber dennoch gegliedertes Raumkontinuum.

Das umgestaltete Hauptquartier von 4flow in Berlin ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie moderne Innenarchitektur traditionelle Bürostrukturen aufbrechen und eine inspirierende Arbeitsumgebung schaffen kann, die auf die Bedürfnisse einer dynamischen Unternehmenskultur zugeschnitten ist.

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